So war´s früher...

Dass die Septembergewitter am gefährlichsten sind, musste Natters am Abend des 04. September 1975 feststellen. Der Tag war nicht allzu heiß. Trotzdem braute sich gegen 19.00 Uhr abends im westlichen Mittelgebirge ein Unwetter zusammen.
Es steckte eine Stunde lang über Axams. Gegen 20.00 Uhr endlich löste sich das Gewitter und zog gegen die Nockspitze. Hier vereinigte es sich mit einer zweiten Gewitterfront, die über dem Inntal wütete. Um 20.15 Uhr brach es dann los. Ein Wolkenbruch, wie ihn Natters wohl selten erlebte. Blitz auf Blitz zuckte vom Himmel und Donnerschläge, die die Häuser erbeben ließen. Das Gewitter blieb über Natters stationär, es tobte ungefähr 45 Minuten lang. Während des Unwetters ertönte zweimal die Ortssirene. Ein oft metertiefer Sturzbach schoss, vom Oberdorfe kommend, ins Zentrum des Dorfes. In Sekundenschnelle war der ganze Dorfplatz überflutet. Keller und Wohnungen füllten sich mit Wasser, Schlamm und Schotter. Am Ärgsten traf es den Ortsbäcker Kurt Lanziner im Töpferhaus. Seine Bäckerei füllte sich bis zur Decke mit Wasser, es entstand dabei ein Totalschaden an sämtlichen Maschinen. Kanalrohe im Oberdorf barsten und ein Wasserbassin würde zerstört. Die ganze Nacht über waren Feuerwehren aus Götzens, Birgitz, Innsbruck und Natters im Einsatz.

Am nächsten Morgen bot sich dem Betrachter ein trauriges Bild! Das Trinkwasser war ungenießbar. Die Berufsfeuerwehr aus Innsbruck verteilte aus Tankwägen Trinkwasser. Ein Millionenschaden für das Dorf. Bedauernswert vor allem diejenigen, die es betraf.